Presse
09.06.2011, 14:08 Uhr | Lausitzer Rundschau
Finsterwalder-Sallgaster Industriebahn kommt ins Rollen – erst bis Schacksdorf
In diesem Jahr wird der erste Bauabschnitt der Finsterwalder-Sallgaster Industriebahn, im Volksmund als Schippchenbahn bekannt, ertüchtigt. Einst reichte die Strecke bis Schipkau.

Aus dem Revier wurde Kohle für die Finsterwalder Unternehmen geholt. 250 000 Euro sind für den Ausbau veranschlägt, die Hälfte fördert das Land aus seinem „Topf“ wirtschaftsnahe Infrastruktur.

Der erste Bauabschnitt erstreckt sich vom Haltepunkt des Unternehmens voestalpine (Drahtwerk) bis zur Ortslage von Schacksdorf. Damit sollen Unternehmen im Gewerbegebiet Massen und auf dem ehemaligen Flugplatz Schacksdorf infrastrukturell noch besser angeschlossen werden. Beide Kommunen – Finsterwalde und Massen – erachten das als wichtig, um die vorhandenen Unternehmen zu unterstützen und erfolgreicher bei der Neuansiedlung tätig zu sein. Momentan nutzt das Drahtwerk bereits einen Teil der Strecke. In Finsterwalde war das Projekt zunächst mit Skepsis betrachtet worden – nach einer ursprünglichen Ablehung im Stadtparlament entschied sich eine Mehrheit dann doch für die Beteiligung am Streckenkauf. Inzwischen sind die Städte Finsterwalde und das Amt Massen Eigentümer der Strecke von Finsterwalde nach Sallgast.

Im Zuge des Straßenausbaus zwischen Lieskau und Lichterfeld war das Gleis gekappt worden, inzwischen ist es wieder verbunden. Der dortige Bahnübergang bleibt unbeschrankt. Die gesamte, teilweise zugewachsene Strecke ist wieder freigeschnitten worden. Vordringlich sind jetzt die Streckensanierung inklusive Prüfung der Bahnschwellen sowie die Gleisvermessung.

Inzwischen werden auch Touristiker aufmerksam bei diesem Thema. Ihre Vision: eine durchgängige Verbindung von Berlin bis an das Besucherbergwerk F 60 bei Lichterfeld. André Speri von der F 60-Concept GmbH ist sich sicher, dass das noch mehr Besucher aus dem Berliner Raum anziehen würde. Unter den 60- bis 70 000 Besuchern jährlich würden schon jetzt etwa 25 Prozent aus Berlin und dem berlinnahen Raum kommen. „Noch sind das vorrangig Leute mit dem Auto oder in organisierten Reisegruppen, die meist mit Bussen anreisen. Es gibt aber immer wieder Nachfragen zu öffentlichen Verkehrsmitteln“, so Speri. Dabei habe er dieses Interesse vermehrt aus dem Berliner Raum bemerkt. „Aus der Dresdner Region spüren wir das nicht so. Vermutlich haben wegen des gut erschlossenen öffentlichen Verkehrsnetzes in Berlin weniger Familien ein Auto“, so Speri. Noch wäre die Nutzung der Industriebahn für touristische Aktivitäten wegen der jetzigen Zweckbindung nicht möglich. Gleichwohl gebe es bereits private Verkehrsunternehmen, die sich dafür interessieren, erläuterte Massens Amtsdirektor Gottfried Richter. Möglich sei zum Beispiel der Einsatz eines modernen Triebwagens, „zuerst vielleicht am Wochenende, wenn die Industrie das Gleis weniger nutzt“, berichtete er von Überlegungen der Touristiker.
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